Das Modell

Mein geliebter Vater, Wilhelm Weischenberg (1924 - 2004) Mein geliebter Vater, Wilhelm Weischenberg (1924 - 2004)

Schon seit frühester Kindheit interessierte ich mich für alles, was mit der Marine zu tun hatte. Mein Vater, ein ehemaliges Besatzungsmitglied des Schweren Kreuzers Admiral Scheer, erzählte regelmäßig über seine Kriegserlebnisse. Insbesondere bei Familienfeiern, wenn nach ein paar Bierchen die Zunge lockerer wurde, rückte das Thema Kriegsmarine in den Vordergrund und er gab alte Seemannslieder zum Besten. Er redete über diese schöne, aber beschwerliche Zeit mit einer solchen Begeisterung, dass ich als Kind förmlich mitgerissen wurde. So dauerte es nicht lange, bis ich ihm zu Ehren das Panzerschiff Admiral Scheer als Plastikmodell baute.

An ein Erlebnis erinnere ich mich besonders gern: Als ein Bekannter meiner Eltern einer Feier beiwohnte, und das Thema Admiral Scheer in Norwegen erörtert wurde, fanden die beiden heraus, dass beide an dem Norwegeneinsatz teilgenommen hatten - mein Vater auf Scheer und der Bekannte auf einem der begleitenden Zerstörer.

Auch in den folgenden Jahren blieb ich meinem heimlichen Hobby, der Marine, treu und las viel über die schweren Einheiten der Kriegsmarine - wobei ich immer den Blick auf alles richtete, was mit Admiral Scheer zu tun hatte. In dieser Zeit reifte auch der Wunsch in mir heran, ein Fahrmodell der Scheer im Bauzustand von 1942 zu bauen - der Zeit, als mein Vater Scheer-Fahrer war.

Erste Pläne zu diesem Projekt wurden konkret, als ich einen versierten Modellbauer aus Kamp-Lintford auf der Intermodellbau in Dortmund Ende der 1990er Jahre kennenlernte, der vom gleichen Wunsche beseelt war. Viele seiner Unterlagen stellte er mir zur Verfügung und ich konnte auf einen mittlerweile ziemlich großen Fundus an Plänen und Unterlagen zurückgreifen. Dennoch sollte es noch Jahre dauern, bis ich mich an dieses Projekt heranwagte.

Endlich war es so weit: Nach etlichen Einzelkäufen - auch über ebay - nahm mein Projekt endlich Gestalt an. Ich begab mich in die erste Bauphase, die aber abrupt gestoppt wurde, weil berufliche Sachzwänge meine ganze Aufmerksamkeit erforderten. Hin und wieder ging es dann wieder an meine Scheer, bis letztendlich ein Baustopp nicht mehr abzuwenden war.

Das angefangene Modell lag mehrere Jahre herum und verstaubte allmählich, wurde unansehnlich. Da eine zeitliche Besserung meiner beruflichen Situation nicht absehbar war und ich nicht bis zu meiner Rente warten wollte, bis meine Scheer aufs Wasser kommen sollte, beschloss ich, den Weiterbau einem vorzüglichen Modellbauer anzuvertrauen, den ich über ebay kennengelernt hatte. Daher vergab ich den Bauauftrag an das KE-Modellbauatelier in Bonn.

Innerhalb eines Jahres mauserten sich meine Einzelteile und Baukomponenten so zu einem schönen und filigranen Modell im Maßstab 1:100, wie ich es nicht einmal im Marinemuseum Wilhelmshaven gesehen habe. Einschließlich der Schiffsglocke ist meine Scheer jetzt komplett. Sie zeigt sich in ganzer Schönheit im Bauzustand des Jahres 1942.

 

© 2008 by Volker Weischenberg

Dieses Modell der Admiral Scheer im Bauzustand von 1942 ist meinem Vater,            Wilhelm Weischenberg, gewidmet.

 

 

Volker Weischenberg

  (Webmaster)

Aller Anfang ist schwer... Aller Anfang ist schwer...
Allmählich geht es weiter... Allmählich geht es weiter...
Blick vom Gefechtsturm auf das Vorschiff... Blick vom Gefechtsturm auf das Vorschiff...
Bald ist sie fertiggestellt... Bald ist sie fertiggestellt...
Welch ein Anblick!!!! Welch ein Anblick!!!!
In ruhigen Gefilden... In ruhigen Gefilden...
In unruhigen Gewässern... In unruhigen Gewässern...
Werfterprobung mit halber Kraft bei mittlerem Seegang... Werfterprobung mit halber Kraft bei mittlerem Seegang...